Schulterarthrose

Oberarmgelenk ist das am häufigsten bewegtes Gelenk des menschlichen Körpers
Oberarmgelenk ist das am häufigsten bewegtes Gelenk des menschlichen Körpers

Die Schulterarthrose kommt seltener vor als etwa eine Arthrose des Knies, doch ist sie ebenso schmerzhaft, und der Leidensdruck der Betroffenen ist groß. Die Erkrankung ist nicht heilbar. Aber zahlreiche Möglichkeiten, die Beschwerden zu lindern, können den Patienten helfen. Letztes Mittel bei fortschreitender Erkrankung kann eine Operation sein.


Symptome

Zu den häufigsten Symptomen der Schulterarthrose zählt der fortschreitende Schmerz im Gelenk, der auch bei Bewegung intensiver wird.

Verschiedene Schmerzarten:

  • Schultergelenkschmerzen: Patienten empfinden Schmerzen in hinterer Seite der Schulter, die auch beim Wetterwechsel intensiver werden können. Die Schmerzenquelle ist tief im Gelenk
  • Schmerzen bei Acromioclaviculargelenkarthritis: es schmerzt überwiegend im oberen Bereich der Schulter, der Schmerz kann aber sich auch in die Halsseite verbreiten
  • Schmerzen bei rheumatoider Arthritis: sind in Schulter- sowie auch in Acromioclaviculargelenk zu empfinden

Bewegungsabhängig setzt der Schmerz bei höherer Armhaltung ein oder wenn er vor dem Körper auf Schulterhöhe zur gegenüberliegenden Schulter geführt wird. Beim Aufheben des Armes sind auch manchmal klatschende Geräusche oder die Reibung zu hören. Mit dem Fortschreiten der Erkrankung werden jegliche Armbewegungen mit schmerzhaften Empfindungen verbunden. Besonders leidet man in der Nacht an Gelenkschmerzen.


Ursachen

Am häufigsten werden die Gelenke von Patienten über 50 Jahre alt von Arthrose betroffen. Bei jüngeren Patienten kann auch ein Trauma z.B. Humerusfraktur oder Oberarmverrenkung führen — dann spricht man von einer posttraumatischen Arthrose.

Die Neigung zur Arthrose kann auch genetisch bedingt sein.


Folgezustand

Es ist nicht möglich eine Arthrose letztendlich zu heilen, nach der geeigneter Therapie werden die Symptome gelindert und es ist möglich auch die Bewegungsfunktion wiederaufzustellen.


Therapie und Vorbeugung
Kortisoninfusion ins Schultergelenk
Kortisoninfusion ins Schultergelenk

Während der Untersuchung achtet der Arzt auf folgende Faktoren:

  • Muskelschwäche
  • Druckschmerz
  • Ausschlagsbreite der aktiven und passiven Bewegung
  • Symptome der Sehen-, Muskel- oder Bandchädigung
  • Zeichen der überstandenen Traumen
  • Ähnliche Symptome in anderen Gelenken
  • Knacken bei Gelenkbewegung

Endgültig bestätigen eine Ultraschalluntersuchung, eine Röntgenaufnahme und eine Magnetresonanztomographie (MRT), ob tatsächlich eine Schulterarthrose vorliegt und in welchem Maß der Verschleiß an Knochen und Knorpel bereits vorangeschritten ist. Besteht der Verdacht, dass eine bakterielle oder rheumatische Erkrankung die Ursache ist, ist eine Punktion des Gelenks angebracht.

 Konservative Therapie

  • Hyilgymnastik
  • Feuchte Wärme
  • Folgendes hilft die Entzündung zu lindern:
    •  Nichtsteroidale Antirheumatika — Aspirin oder Ibuprofen

    • Kortikosteroidinfusionen

    • Eisumschläge für 20-30 Minuten zwei oder drei Mal täglich

    • Nahrungsergänzungsmittel: Glukosamin und Hondrotinsulfat
  • Im Falle der rheumatoiden Arthrose können auch Krankheitsverlaufmodifizierende Mittel wie Methotrexat genommen werden

Falls nach der konservativen Therapie immer noch zu Bewegungseinschränkungen und Schmerzen kommt, kommt ein operativer Eingriff in Frage.

Chirurgische Behandlung

Im späteren Stadium kann durch eine Arthroskopie das Schultergelenk gereinigt und im Zuge dieses Eingriffs unter Umständen der Schulterdachschleimbeutel entfernt werden. Ist das Gelenk in keinem erhaltenswerten Zustand mehr, ist möglicherweise das Einsetzen einer Prothese ratsam. Der Arzt entscheidet zusammen mit dem Patienten in jedem Einzelfall, welche Art des künstlichen Gelenks am sinnvollsten ist. Das hängt im Wesentlichen vom Grad der Schädigung des Schultergelenks ab.

Der Eingriff erfolgt in der Regel unter Vollnarkose und erfordert eine mehrwöchige Rehabilitationsphase. Nach etwa drei Monaten ist eine erste alltägliche Belastung der Schulter wieder möglich. Eine solche Prothese hält durchschnittlich etwa zehn Jahre.

Eigenhilfe

Die an Schulterarthrose leidenden Patienten sollten der Bewegungsfähigkeit geeigneten Übungen machen und darauf achten, dass es nicht zur abwechslungslosen Belastung kommt.
Förderlich könnte Folgendes sein:

  • Wärme
  • Schwimmen
  • Fitness mit isometrischer Muskelbelastung
  • Entspannungstechniken

Man sollte Medikamente nur bei akuten Schmerzen nehmen. Regelmäßige Schmerzmittelnahme kann Nebenwirkungen haben, so wäre es besser, wenn möglich, darauf zu verzichten und Medikamente lieber durch Wärme, Salben und Massage zu ersetzen.

Vorbeugung

Eine Schulterarthrose lässt sich wie jede andere Arthrose gut durch Sport vorbeugen. Dabei sind vor allem Dehnungs- und Aufwärmübungen wichtig. Sportarten wie Schwimmen oder Radfahren, die gleichmäßige Abläufe erfordern und verschiedene Bereiche der Muskulatur miteinbeziehen, sind sehr gut geeignet.

Einseitige Belastungen sollten vermieden werden. Bewegung fördert generell die Durchblutung des Knorpels und damit dessen Lebensdauer. Eine kräftige Muskulatur stützt außerdem das Skelett und trägt dazu bei, die Knochen zu entlasten. Eine gesunde Ernährung und ein normales Gewicht sind ebenfalls wichtig, um die Gelenke gesund zu halten.