Ein Astrozytom entsteht aus entarteten Gehirnzellen, den sogenannten Astrozyten oder Sternzellen, die zum Stützgewebe des Nervensystems (Gliazellen) gehören. Sie grenzen das Nervengewebe gegenüber der Hirnoberfläche und den Blutgefäßen ab. Wie alle Zellen werden Astrozyten regelmäßig erneuert, wobei Fehler auftreten können, die zu einem unkontrollierten Zellwachstum und schließlich zu einem Tumor führen können.
Über die Ursachen von Astrozytomen ist bisher kaum etwas bekannt, außer, dass sie oftmals nach einer Behandlung mit ionisierende Strahlen (Strahlentherapie) auftreten. Aus diesem Grund sollten Strahlenbehandlungen und bildgebende Verfahren in der Medizin möglichst selten und nur bei einer ausreichenden Indikation angewendet werden.
Es gibt verschiedene Arten von Astrozytomen. Sie können gut- wie bösartig sein und unterscheiden in ihrem Schwergrad und ihrer Prognose stark voneinander. Von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden sie hinsichtlich ihrer Bösartigkeit in vier Schweregrade eingeteilt. Dabei gilt: Je ähnlicher das entartete Gewebe dem gesunden ist, desto ungefährlicher ist der Tumor.
- Grad I: Pilozystisches Astrozytom
Das pilozystische Astrozytom kommt fast nur bei Kindern und jungen Erwachsenen vor, ist gutartig und weist eine positive Prognose auf. Meistens wächst es im Bereich der vorderen Sehbahn, des Hypothalamus oder im Kleinhirn. Es grenzt sich gut vom gesunden Hirngewebe ab und wächst nur langsam.
- Grad II: Diffuses Astrozytom
Diffuse Astrozytome sind noch gutartig, können aber bösartig werden, wenn sie entarten. Dieser Tumortyp tritt vor allem bei Erwachsenen zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr auf und vergrößert sich sehr langsam. Jedoch wächst es unregelmäßig in das benachbarte Gewebe ein. Meist sitzt er im Marklager des Großhirns, der sogenannten weißen Substanz.
- Grad III: Anaplastisches Astrozytom
Das anaplastische Astrozytom ist bösartig, da es aus entarteten (anaplastischen) Zellen besteht, die meistens sehr schnell wachsen. Im Laufe der Zeit kann es in ein Glioblastom übergehen.
Das Glioblastom ist der häufigste Astrozytom — Typ. Es ist gleichzeitig das Astrozytom mit der schlechtesten Prognose, da es ein sehr schnelles und diffuses Wachstum aufweist. Sein Gewebe ist nicht fest umrissen und kann daher in der Regel nicht oder nur sehr schwer operativ entfernt werden.