Typ A Gastritis
Bei der Typ A Gastritis handelt es sich um eine Autoimmunkrankheit, also einen Fehler im körpereigenen Abwehrsystem:
Das menschliche Immunsystem bekämpft normalerweise feindliche Eindringlinge wie Bakterien oder Viren. Bei der Typ-A-Gastritis bildet der Körper jedoch Abwehrstoffe gegen bestimmte Zellen der Magenschleimhaut, die sogenannten Belegzellen. Diese produzieren normalerweise Magensäure. Werden sie jedoch vom Immunsystem angegriffen, entzündet sich die Magenschleimhaut und die Belegzellen sterben ab bis es zum vollständigen Erliegen der Magensäureproduktion kommt.
Als Folge schüttet der Körper verstärkt das Hormon Gastrin aus, was im Übermaß zu einer Schädigung der Schleimhaut führen kann. Zusätzlich kommt es durch das Absterben der Belegzellen zu einer unzureichenden Vitaminaufnahme. Denn neben der Magensäure stellen die Belegzellen einen weiteren wichtigen Stoff her, den sogenannten Intrinsic Factor, der für die Aufnahme von Vitaminen verantwortlich ist.
Typ B Gastritis
Die Mehrzahl der chronischen Magenschleimhautentzündungen gehört zum Typ B. Ursache ist fast immer eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter, der sich in die Schleimhautzellen einnistet.
Normalerweise überleben Bakterien die aggressive Magensäure nur schwer. Indem der Helicobacter-Keim Ammoniak herstellt, kann er jedoch die Magensäure neutralisieren und somit lange im Magen überleben. Ammoniak ist ein Harnstoff, welches der Helicobacter-Keim mithilfe des Enzyms Urease herstellt.
Meist bereitet der Helicobacter keine Beschwerden. Im schlimmsten Fall kann er jedoch die Entstehung von Magenkrebs, Magenlymphomen oder Zwölffingerdarmkrebs begünstigen.
Typ C Gastritis
Die Typ C Gastritis wird durch chemisch-toxische Stoffe ausgelöst, die den Magen reizen. Dazu zählen medikamentöse Schmerzmittel wie Azetylsalizylsäure, Ibuprofen oder Diclofenac, ebenso Wirkstoffe, die im Rahmen einer Chemotherapie zum Einsatz kommen sowie Rheumamedikamente und Kortison.
Auch wenn kontinuierlich kleinere Mengen Gallensaft aus dem Zwölffingerdarm in den Magen fließen (sogenannter Gallereflux, dies kann nach bestimmten (Magen-)Operationen der Fall sein), kann die Magenschleimhaut gereizt werden. Des Weiteren können magenreizende Stoffe wie Alkohol, Säuren oder Laugen eine Typ-C-Gastritis auslösen.