Was ist Makuladegeneration?
Die Hälfte aller Sehbehinderungen in Industrieländern sind von Makuladegeneration verursachte Erkrankungen. Am häufigsten sind hier Menschen über 50 Jahren betroffen, weshalb die Krankheit auch häufig alterbedingte Makuladegeneration (AMD) genannt wird. Es verschlechtert sich das zentrale Sichtfeld, während das peripherische unbeschädigt bleibt.
Grundsätzlich werden zwei Arten der Krankheit unterschieden — die feuchte und die trockene Makuladegenration. Bei der feuchten Makuladegeneration lassen die Wände der Gefäße Flüssigkeit und Blut durch, was zu einer Anschwellung der Netzhautmitte führt. So werden die empfindlichen Sinneszellen der Makula zerstört. Bei der häufiger auftrenden trockenen Form kommt es zu einem Defekt oder der Ausdünnung einer Netzhautschicht, der retinalen Pigmentepithel. Für die trockene Form gibt es derzeit keine wirksamen Therapiemethoden.
Wenn überflüssige Produkte des Stoffwechsels in der Netzhaut nicht mehr vollständig abgebaut werden können, wird die Versorgung der Makula-Zellen mit neuen Nährstoffen gestört. In der Folge sterben die gesunden Sehzellen allmählich ab, was zur Bildung von Ablagerungen unter der Netzhaut führt.
Stammzelltherapie
Vor zehn Jahren haben das Londoner UCL Institut of Ophthalmology und das National Institut for Health Research (NIHR) begonnen, eine Methode der Stammzellenbehandlung von feuchter AMD zu entwickeln.
Das Verfahren besteht darin, aus embryonalen Stammzellen Augenzellen (retinale Pigmentepithel) zu gewinnen, die dann an die Stelle der betroffenen Zellen im Auge eingesetzt werden und das Absterben von lichtempfindlichen Sinneszellen verhindern. Im August 2015 wurde die erste Operation dieser Art, die rund zwei Stunden dauerte, erfolgreich durchgeführt. Bisher konnten noch keine Komplikationen bei den Patienten festgestellt werden.
Die Forscher sehen in der Zelltransplantation eine gute Chance für an feuchter Makuladegeneration erkrankter Menschen. An einer für dieses Jahr geplanten Studie der Forscher in Zusammenarbeit mit dem Pharmakonzern Pfizer werden zehn Personen teilnehmen, die nach der Operation noch ein Jahr lang beobachtet werden, um die Sicherheit und Wirksamkeit dieser neu entwickelten Behandlungsmethode genauer zu erforschen.