Für diesen minimal invasiven Eingriff ist keine Vollnarkose nötig. Im Unterschied zur Operation am offenen Herzen gehört die Transkatheter-Aortenklappenimplantation (TAVI) damit zu den minimal-invasiven Verfahren und fordert keinen verlängerten Aufenthalt im Krankenhaus. Die Rehabilitationszeit dauert ca. eine Woche.
Eine künstliche Klappe wird unter Lokalanästhesie mit einem Schlauch, einem sog. Katheter, über die Beinarterie bis in die Herzkammer geschoben. An der Spitze dieses Katheters ist ein Stent mit einer neuen Klappe befestigt, die auf die erkrankte Herzklappe gesetzt wird.
Dieser Stent ist aus einer Titan-Nickel-Legierung hergestellt, ein Material, das bei Kälte weich und bei Wärme hart wird. Diese Beschaffenheit ermöglicht es den Ärzten, den Stent vor der Operation durch ein Bad im Eiswasser auf Minimalgröße zu verkleinern. So kann der Stent mitsamt dem Katheter durch die Arterien bis zur gewünschten Position am Herzen geführt werden.
Ist die künstliche Klappe dann korrekt positioniert, wird der Katheter entfernt und das Implantat entfaltet sich von selbst auf die gewünschte Größe und Position. Bei Bedarf wird die Klappe mittels eines Ballons in die exakte Position gedrückt.
Bei der Transkatheter-Aortenklappenimplantation kommen biologische Herzklappen zum Einsatz, die aus tierischem Gewebe hergestellt werden. Deren natürliche Oberfläche birgt (im Gegensatz zu den mechanischen künstlichen Herzklappen) kein erhöhtes Risiko auf Blutgerinnsel, allerdings ist ihre Lebensdauer begrenzt. Eine dauerhafte Einnahme von Blutverdünnern, wie es nach der Implantation von mechanischen Klappen erforderlich ist, ist daher nicht nötig.
Da das Verfahren noch relativ neu ist, sind bisher noch keine Untersuchungen zu Langzeitergebnissen der Transkatheter-Herzklappenimplantation bekannt.