Das Immunsystem dient dem Körper dazu, Krankheitserreger und Schädlinge abzuwehren und ihn so zu schützen. Nimmt der Körper eine fremde Substanz über den Magen-Darm-Trakt, die Nase oder die Haut auf, prüft das Immunsystem, ob es sich um einen Krankheitserreger handelt.
Bei manchen Menschen werden jedoch auch harmlose Eindringlinge, wie zum Beispiel Bestandteile von Nahrungsmitteln oder Blütenpollen, vom Immunsystem als schädlich eingestuft. Es kommt zu einer komplexen Überempfindlichkeits- und Abwehrreaktion, sodass der Körper auf die Fremdlinge in Form einer Allergie reagiert. Eine solche Reaktion des Immunsystems bezeichnen Mediziner als Sensibilisierung.
Die Gründe für eine solche Überempfindlichkeit bzw. eine Allergie sind bisher noch nicht ganz geklärt, da es sehr vielfältige Ursachen gibt, die allergische Reaktionen auslösen können. So kann zum Beispiel eine allergische Neigung auch über die Gene vererbt werden, sodass jemand wahrscheinlich empfindlicher auf bestimmte Stoffe reagieren wird, wenn er in seiner Familie Allergiker hat.
Darüber hinaus treten Allergien in den Industrieländern wesentlich häufiger auf, als in anderen Ländern, da der menschliche Körper ein gewisses Maß an Schmutz und Keimen braucht, um seine Abwehrkräfte auszubilden.
Je nachdem, auf welche Weise das Immunsystem auf einen Stoff reagiert, unterscheidet man grundsätzlich vier verschiedene Allergietypen.
Allergietypen
- Typ I-Allergiker
Rund 90 Prozent aller Allergien zählen zum Typ I. Die Allergie wird hierbei durch das Immunglobolin E (IgE) vermittelt: Das Immunsystem bildet Antikörper der Klasse IgE, um Allergen zu bekämpfen. Diese IgE-Antikörper veranlassen die Freisetzung von Histamin, sodass es zu den allergiespezifischen Symptomen kommt. Unter den Allergietyp I fallen bspw. Allergien gegen Gräser- und Baumpollen, Hausstaubmilben, Nahrungsmittel, Bienen- und Wespengift sowie gegen Tierhaare. - Typ II-Allergiker
Beim Typ II-Allergiker oder auch zytotoxischer Allergier reagieren Antikörper gegen körpereigene Zellen, genau genommen gegen Bestandteile in der Oberfläche der Körperzellen. Sobald das Immunsystem diese Zellstrukturen erkennt, fängt es an, die Körperzellen zu bekämpfen. Eine derartige Reaktion des Immunsystems kann sich zum Beispiel gegen rote Blutzellen richten, wenn das Blut einer falschen Blutgruppe übertragen wurde. - Typ III-Allergiker
Das menschliche Abwehrsystem kann sich auch gegen ganze Gewebsschichten oder Organe richten. Dabei lagern sich Immunkomplexe aus Allergenen und Antikörpern in Organen oder in Blutgefäßen ab und bilden dort Entzündungen. Die Gefäßentzündung Vasculitis allergica ist bspw. auf diesen Allergie-Typ zurückzuführen. - Typ IV-Allergiker
Bei diesem Allergie-Typ sind allergenspezifische Immunzellen, sogenannte T-Helfer-Lymphozyten, für die Allergieentstehung verantwortlich. Typisch hierfür ist, dass beispielsweise von Nickel oder Duftstoffen ein allergisches Kontaktekzem ausgelöst wird.