Hä­mor­rho­i­den­

Schätzungsweise jeder Zweite lernt im Laufe seines Lebens die lästigen Symptome von Hämorrhoiden kennen.
Schätzungsweise jeder Zweite lernt im Laufe seines Lebens die lästigen Symptome von Hämorrhoiden kennen.

Hämorrhoiden sind schwammartige Gefäße in der Schleimhaut des unteren Enddarms. Staut sich in diesen Gefäßen das Blut und kann nicht mehr ungestört abfließen, bereiten Hämorrhoiden oft Beschwerden und man spricht von einem Hämorrhoidalleiden.


Ursache und Symptome

Bei Hämorrhoiden handelt es sich um eine Erweiterung der arteriellen Gefäße, die den After mit Blut versorgen. Krankhaft können diese dann werden, wenn es bspw. durch zu starkes Pressen beim Stuhlgang zu einer Gefäßerweiterung kommt. Menschen, die häufig an Verstopfung (Obstipation) leiden, haben ein erhöhtes Risiko, an Hämorrhoiden zu erkranken. Verstopfung kann unter anderem durch eine ballaststoffarme Ernährung, Bewegungsmangel oder zu wenig Trinken hervorgerufen werden.
Man unterscheidet innere Hämorrhoiden, die aus erweiterten  Arterien entstehen sowie äußere Hämorrhoiden, die nichts anderes sind als venöse Gefäßerweiterungen bzw. kleine Blutgerinnsel im Afterbereich und als Perianalthrombosen bezeichnet werden.
Darüber hinaus werden Hämorrhoiden in drei unterschiedliche Schweregrade eingeteilt. Vom Grad eins spricht man, wenn die Hämorrhoiden noch nicht tastbar und ausschließlich bei einer Analkanalspiegelung sichtbar sind. Bei Grad zwei wölben sich die Hämorrhoiden bereits nach außen, können sich aber von alleine wieder in den Analkanal zurückziehen. Bei Grad drei lassen sich die nach außen gewölbten Hämorrhoiden nicht mehr von alleine, sondern nur noch mit dem Finger zurückschieben. Beim vierten Grad sind die Hämorrhoiden sichtbar und stark vergrößert, sodass sie sich nicht mehr zurückschieben lassen.
Typische Symptome bei Hämorrhoiden sind Juckreiz, Brennen, Fremdkörpergefühl, Nässen, wunde Haut sowie tastbare Vorwölbungen. Bei weit fortgeschrittenen Hämorrhoiden kann es zu Schmerzen und Blut im Stuhl kommen.


Diagnose und Behandlung

Bei Verdacht auf Hämorrhoiden sollte entweder ein Proktologe, ein Gastroenterologe oder ein Chirurg konsultiert werden. In der Regel wird eine digital-rektale Untersuchung des Enddarms durchgeführt, um ein Hämorrhoidalleiden festzustellen. Eine eindeutige Diagnose kann letztlich aber nur mithilfe einer Proktoskopie (Analkanalspiegelung) und Rektoskopie (Enddarmspiegelung) getroffen werden.
Leichte Formen von Hämorrhoiden können mittels entzündungshemmenden, örtlich betäubenden Salben oder Zäpfchen therapiert werden. Gegen die Entzündung im Afterbereich hilft Kortison, bspw. die Wirkstoffe Prednisolon oder Hydrocortisonacetat.
Bei stärkeren Beschwerden können Hämorrhoiden auch operativ entfernt werden.
Dazu gibt es drei verschiedene Verfahren:
Bei der Gummibandligatur, auch Hämorrhoiden-Ligatur genannt, werden die Hämorrhoiden abgebunden und dadurch vom Blutgefäß abgetrennt. Die Hämorrhoiden erhalten dann keine Nährstoffe mehr und das Hämorrhoiden-Gewebe stirbt ab. Bei der Sklerosierung werden die Hämorrhoiden verödet. Bei diesem Verfahren wird eine Lösung, bspw. Zinkchlorid, in die Hämorrhoiden eingespritzt, was dazu führt, dass der Blutfluss zu den Hämorrhoiden unterbunden wird. Als dritte Methode steht die Hämorrhoidektomie, also die chirurgische Entfernung der Hämorrhoiden zur Verfügung.


16.10.2016 12:27:41