Hochintensiver Ultraschall als Behandlungsmethode

Der hochintensive fokussierte Ultraschall (HIFU) ist eine relativ neue aber sehr erfolgsversprechende Behandlungsmethode, die in der letzten Zeit zunehmend in Europa und den USA eingesetzt wird. Mit dieser Technologie können z.B. verschiedene Krebsarten minimalinvasiv behandelt werden. Vorwiegend bei der Therapie von Prostatakrebs wurden mit dem hochintensiven fokussierten Ultraschall bereits sehr gute Ergebnisse erreicht.


Aber auch Patienten mit nicht onkologischen Krankheiten können von der neuartigen HIFU-Therapie profitieren, denn diese Methode findet ihre Anwendung in ganz verschiedenen medizinischen Bereichen, darunter:

  • Chirurgie (Gamma-Knife-ähnliches Resultat, aber ohne Strahlenbelastung);
  • Kardiologie (Schlaganfälle);
  • Urologie und Nephrologie (Zerstören von Steinen in Nieren und Gallenblase);
  • Gynäkologie (Gebärmuttermyome, Adenomyose);
  • Neurologie und Neurochirurgie (Aktivierung von peripheren Nerven, Therapie von Parkinsonsyndrom und Epilepsie);
  • Orthopädie (Rückenschmerzen, Arthrosen, Arthritis, Osteochondrosen, Bandscheibenvorfall);
  • Augenheilkunde (Grauer Star);
  • Dermatologie und Kosmetologie (z.B. Liposuktion, Gesicht-Lifting).

Grauer Star

Grauer Star (Katarakt) ist eine Eintrübung der ursprünglich klaren Augenlinse.

О­пу­холь­ мяг­ких­ тка­ней

Существуют опухоли различных видов мягких тканей: мышечной, соединительной, нервной и жировой.


Einsatz in der Neurochirurgie

Der HIFU eröffnet auch in der Neurochirurgie neue Möglichkeiten. So ermöglicht die HIFU-Therapie mit MR-Kontrolle nicht invasive Behandlung z.B. von Funktionsstörungen, Schmerzen im Gehirn, sowie Tremor und Parkinsonsyndrom und reduziert Interventionsrisiken auf ein Minimum.

Nach den guten Ergebnissen in der Krebsbehandlung werden zunehmend weitere Optionen dieser Methode und ihres Einsatzes in der Medizin erprobt. In der Universität Zürich wird die HIFU-Anwendung bei Hirntumorablation getestet. Außerdem können z.B. nötige Medikamente gezielt in verschiedene Hirnbereiche eingebracht werden (dabei wird die Blut-Hirn-Schranke mit Ultraschall geöffnet) oder Blutgerinnsel bei Schlaganfall durch HIFU aufgelöst werden. Diese neuen Anwendungsfelder werden derzeit im Rahmen von klinischen Studien geprüft.


HIFU zur Behandlung von Tumoren

Bei der HIFU-Therapie wird der Tumor punktgenau zerstört.
Bei der HIFU-Therapie wird der Tumor punktgenau zerstört.

Besonders effektiv ist der HIFU als therapeutische Maßnahme in der Onkologie, weil gut- und bösartige Tumore (an Prostata, Leber, Knochen, Nieren, Bauchspeicheldrüse, Brust sowie dem Weichteilgewebe) mit dieser Methode erfolgreich und zugleich schonend behandelt werden können.

Bei der HIFU-Therapie werden die Ultraschallwellen punktgenau auf den Tumor fokussiert. Dabei wird der Tumor erhitzt (die entstehende Temperatur kann bis zu 90°C erreichen) und zerstört. Das umliegende Gewebe bleibt unberührt.

Zudem gibt es seit 2014 in Deutschland eine neue Form des HIFU: mit dem MR-fusionierten HIFU kann man das Krebsgewebe millimetergenau treffen und noch bessere langfristige Ergebnisse erreichen.

Diese Technologie kann auch bei der palliativen Behandlung von Knochenmetastasen eingesetzt werden und Patienten mit onkologischen Erkrankungen starke Schmerzen ersparen.

Wegen der teuren Anschaffungskosten von HIFU-Geräten bieten zurzeit nur wenige Kliniken in Europa die neue Therapie an. Häufig ist der Einsatz nur im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie möglich. So wurden bis zum Juli 2009 weltweit in 218 HIFU Zentren 20.000, in Deutschland 6150 Behandlungen von Prostatakrebs durchgeführt.


Urologischer Check-Up

Hierzu gehören u.a. Tastuntersuchungen aller urologischen Organe, Ultraschall und Laboranalysen.

Basis Onko Check-up

Der Onko-Check-up enthält u.a. Ultraschall-Untersuchungen sowie die Bestimmung wichtiger onkologischer Blut- und Urinwerte.


HIFU in der Behandlung von Prostatakrebs

Bei der Behandlung von Prostatakrebs kann der HIFU als Primärtherapie sowie bei Rezidiven angewendet werden. 
Bei der Behandlung von Prostatakrebs kann der HIFU als Primärtherapie sowie bei Rezidiven angewendet werden. 

Bei der Behandlung von Prostatakrebs ist die Nutzung des HIFU eine effektive und vergleichsweise gut erprobte Alternative zu anderen Therapiemethoden. Mit seinem schonenden und sehr genauen Verfahren kann der HIFU schon in frühen Stadien als Primärtherapie angewendet werden. Aber auch bei Rezidiven nach anderen Behandlungsmethoden ist die HIFU-Therapie eine gute zusätzliche Option.

Die HIFU-Therapie ist eine minimalinvasive Maßnahme, die meistens unter Teilnarkose durchgeführt wird und ca. 3-5 Stunden dauert. Dabei wirdeine Sonde mit einem Ultraschallsender in den Enddarm eingeführt.

Damit der benachbarte Darm durch die hoche Temperatur nicht beschädigt wird, wird er besonders gekühlt. Bereits fünf Stunden nach dem Eingriff kann der Patient aufstehen, nach drei bis fünf Tagen kann bereits eine Entlassung aus dem Krankenhaus erfolgen.

Bei Bedarf kann die Anwendung mit dem HIFU mehrmals wiederholt werden. 

An Nebenwirkungen dieser Behandlungsmethode sind u.a. Probleme an den Harnwegen, (In)Kontinenz und Erektionsstörungen bekannt.


Die HIFU-Therapie wird noch lange in der Medizin einsetzt. In Deutschland wird sie seit 1996 für Behandlung von Prostatatumoren angewendet. Aber die bisherigen praktischen Erfolge in der Anwendung sowie die bisher hierzu erfolgten klinischen Studien zeigen, dass diese innovative Technologie die konventionelle Behandlung ergänzen und unter bestimmten Umständen auch ersetzen kann. 


03.11.2016 12:28:02