ADCT — Bandscheiben-Zelltransplantation

ADCT steht für autologous disc-derived chondrocyte transplantation. Diese Bandscheiben-Zelltransplantation (ADCT) besteht im Kern aus der Übertragung von Knorpelzellen aus einer eigenen Bandscheibe. Eine Behandlungsmethode, die insbesondere der Folge einer Bandscheiben-Operation, wie zB. nach einem Bandscheibenvorfall Anwendung findet. Bei diesem Verfahren können auch benötigten körpereigenen Bandscheibenzellen aus dem entnommenen Gewebe gezüchtet und eingesetzt werden.


Indikationen

Grundsätzlich kann jede Erkrankung der menschlichen Bandscheiben (Halswirbelsäule, Brust- oder Lendenwirbelsäule) mit ADCT behandelt werden. Meist wird es bei folgenden Krankheitsbildern und Symptomen:

  • Gewebeverlust
  • Verschleiß einer Bandscheibe
  • Schäden und Beschwerden nach Bandscheibenoperationen
  • Bandscheibenvorfall
  • Vorwölbung der Bandscheibe
  • Degeneration des Bandscheibenknorpels

Auf Bandscheibenerkrankungen verweisen oft Rückenschmerzen. Nach der Operation verdünnt sich die Bandscheibe und wird immer flacher. In der Folge fällt es ihr immer schwerer, Belastungen aufzufangen und abzufedern, weshalb der Verschleiß weiter voranschreitet. Gerade in diesen schweren Fällen ist diese Methode der Zelltransplantation von großem Nutzen. Sie kann aber auch bei geringeren Schäden eingesetzt werden, wie z.B. bei einer Vorwölbung der Bandscheibe.


Diagnose

Die Diagnose bei der Bandscheiben-Zelltransplantation beinhaltet folgende Verfahren:

  • Gespräch mit dem Arzt 
  • einfache körperliche Untersuchung
  • spezielle Untersuchungen (Röntgen, Computertomographie, Kernspintomographie)

Eine Blutentnahme ist bei der Therapie unerlässlich. Das entnommene Blutserum wird für die Anzucht der Bandscheibenzellen und als Nährlösung für die Knorpelzellen benötigt.


Verfahren

Bei der Bandscheiben-Zelltransplantation werden die Zellen der Bandscheibe zuerst entnommen (in der Regel nicht mehr als ein Zentimeter im Durchmesser), dann im Labor vermehrt und danach in die betroffene Bandscheibe eingespritzt. In der Regel wird die Bandscheiben-Zelltransplantation an die Bandscheiben-Operation angeschlossen. So können aus dem Gewebe, das bei der Entfernung eines Bandscheibenvorfalls gewonnen wurde, körpereigene Zellen angezüchtet werden, die dann später bei der Zelltransplantation wiederum eingesetzt werden können.

Bis zu drei Monaten kann es dauern, bis die Bandscheibe zur Verabreichung neuer Zellen bereit ist. Die im Labor gezüchteten Knorpelzellen werden dann in den Zentralraum der geschädigten Bandscheibe eingespritzt, wo sie nach einiger Zeit einen neuen Knorpel bilden. Diese Injektion findet normalerweise unter örtlicher Betäubung statt.


Komplikationen

Die ADCT-Behandlung verläuft in der Regel fast ohne Komplikationen. Zwar können Blutungen, Infektionen und Narben am Einstichkanal enstehen, die Nerven jedoch können nicht beschädigt werden, da die Nadel seitlich eingestochen wird. Ebenso können bei dem ersten chirurgischen Eingriff, in dem das Zellmaterial an der Bandscheibe entnommen wird, Komplikationen auftreten.


Ergebnis

Die Behandlung trägt dazu bei, dass die Bandscheibe sich erholt und stärker wird. Dabei wird Vorsorge gegen einen weiteren Bandscheibenabbau getroffen. Die Schmerzen werden gelindert, der Rücken gewinnt seine Beweglichkeit zurück. Häufig kann mit einer Bandscheiben-Zelltransplantation eine weitere Operation verhindert werden. Ein wesentlicher Vorteil der Methode besteht darin, dass körpereigene Zellen transplantiert werden, weswegen kaum oder keine Abstoßungen oder Überempfindlichkeitsreaktion auftreten. 


13.10.2016 17:30:05